Publikation: Beitrag zu Autonomie in der Patientenversorgung
23.04.2026
Anna Hirsch und Joar Björk argumentieren für die Einführung einer neuen Berufsgruppe, sog. „autonomy consultants“, in Medizin und Gesundheitsversorgung.
23.04.2026
Anna Hirsch und Joar Björk argumentieren für die Einführung einer neuen Berufsgruppe, sog. „autonomy consultants“, in Medizin und Gesundheitsversorgung.
Die Achtung der Patientenautonomie ist ein Grundprinzip im Gesundheitswesen und in der medizinischen Ethik. Empirische Erkenntnisse zeigen jedoch, dass zwischen ethischen Standards und ihrer praktischen Umsetzung nach wie vor eine Kluft besteht. Autonomie erfordert mehr als nur das Einholen der informierten Einwilligung von Patient*innen – sie kann auch die Unterstützung bei der Entscheidungsfindung, die Klärung von Präferenzen, die Einbeziehung von Angehörigen, die Beurteilung der Entscheidungsfähigkeit, die Auslegung von Patientenverfügungen und die Rekonstruktion des mutmaßlichen Willens umfassen. Diese Aufgaben sind komplex, zeitaufwendig und erfordern spezielle Kompetenzen, über die viele Fachkräfte im Gesundheitswesen nicht verfügen.
Um dieser Herausforderung zu begegnen, schlagen Joar Björk und Anna Hirsch die Einführung einer neuen Berufsgruppe im Gesundheitswesen vor, sog. „autonomy consultants“. Diese Rolle zielt darauf ab, die Kluft zwischen ethischen Anforderungen und der aktuellen Praxis zu überbrücken, indem die Verantwortung über bestehende Berufsgruppen hinaus verteilt wird. Sie skizzieren die potenziellen Aufgaben und Kompetenzen von „autonomy consultants“ und diskutieren mögliche Herausforderungen. Auch wenn ihr Vorschlag unkonventionell erscheinen mag, unterstreicht er doch, wie wichtig es ist, sicherzustellen, dass die Patientenautonomie im Gesundheitswesen wirklich respektiert und gefördert wird.