ERC Einzelförderung

Das European Research Council (ERC) fördert die Pionierforschung und vergibt dazu Grants an herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

ERC Synergy Grants

Der Synergy Grant ist einer der angesehensten Wissenschaftspreise des Europäischen Forschungsrats (ERC). Mit dem hochkompetitiven Grant werden zukunftsweisende Projekte gefördert, die nur durch interdisziplinäre Zusammenarbeit von zwei bis vier Teams von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu bewältigen sind und zu Fortschritten an der Grenze des Wissens führen. Die Fördersumme beträgt bis zu 14 Millionen Euro für eine Laufzeit von bis zu sechs Jahren.

Folgende Projekts von einem Mitglied der Fakultät wird aktuell im Rahmen eines ERC Synergy Grants gefördert:

ERC SynergyGrant
MicroClock - The bacillus subtilis circadian clock: from molecules to mutualism
Projektleiterin
Prof. Dr. Martha Merrow
Einrichtung
Institut für Medizinische Psychologie
Förderung
2025 bis 2031
Webseite
Projektbeschreibung in CORDIS
Themen
Zirkadiane Uhren erzeugen endogene Rhythmen, die es Organismen ermöglichen, ihre physiologischen und verhaltensbezogenen Aktivitäten an die zyklischen Veränderungen der Umwelt im 24-Stunden-Rhythmus anzupassen. Obwohl sie in Eukaryoten weit verbreitet sind, ist nur wenig über zirkadiane Uhren von Bakterien bekannt. Das ERC-finanzierte Projekt MicroClock schickt sich an, diese Wissenslücke zu schließen, und stützt sich dabei auf eine vor Kurzem entdeckte zirkadiane Uhr in Bacillus subtilis, die in Co-Kultur mit Arabidopsis (Schaumkresse) oder Saccharomyces cerevisiae (Backhefe) an Dynamik gewinnt. Im Rahmen des Projekts wird das neuartige Konzept des zeitlichen Mutualismus definiert, bei dem wechselseitige Interaktionen zwischen Mikroben und anderen Organismen in ihrer Umgebung zirkadiane Uhren nutzen. Zu diesem Zweck werden die molekulare Struktur und die Funktion der zirkadianen Uhr von Bacillus subtilis charakterisiert und regulatorische Knotenpunkte identifiziert, die dem zeitlichen Mutualismus zwischen Pflanze und Bakterium sowie zwischen Pilz und Bakterium gemeinsam sind.

Quelle: CORDIS

ERC Advanced Grants

Die ERC Advanced Grants (bis zu 3,5 Millionen Euro über maximal fünf Jahre) richten sich an etablierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Fachbereiche, deren hochinnovative Forschung erheblich über den bisherigen Forschungsstand hinausgeht und neue Forschungsgebiete erschließt.

Folgende Projekte von Mitgliedern der Fakultät werden aktuell im Rhamen eines ERC Advanced Grants gefördert:

ERC Advanced Grant
MONOFUN-CV - Modulating non-canonical functions of microRNAs in cardiovascular disease
Projektleiter
Prof. Dr. Christian Weber
Einrichtung
Institut für Prophylaxe und Epidemiologie der Kreislaufkrankheiten
Förderung
2026 bis 2030
Webseite
Projektbeschreibung in CORDIS
Themen
Atherosklerose führt häufig zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die weltweit die häufigste Todesursache darstellen. Es wurde festgestellt, dass die mikroRNA miR-126-5p mit Hilfe von MEX3A an Caspase-3 bindet, was neue Erkenntnisse zur miRNA-Funktion ermöglicht, die über den „RNA-induced silencing complex“ hinausgehen. Das ERC-finanzierte Projekt MONOFUN-CV wird die Rolle von MEX3A bei der Atherosklerose von Mäusen und seine Verbindung zu menschlichen Risikovarianten untersuchen. Die Forschungsergebnisse sollen Aufschluss darüber geben, wie MEX3A mit miR-126-5p interagiert, und mögliche MEX3A-basierte Therapien identifizieren. Darüber hinaus werden miRNAs, die von MEX3A beeinflusst werden, mit Techniken wie eCLIP analysiert und die strukturelle Grundlage von MEX3A-Funktionen untersucht. Ferner wird das Projekt die Wechselwirkungen zwischen miR-126-5p und Caspase-3 ergründen.


Quelle: CORDIS
ERC Advanced Grant
APROSUS - Microbiome-derived asthma and allergy protective substances for prevention
Projektleiterin
Prof. Dr. Dr. Erika von Mutius
Einrichtung
Kinderklinik und Kinderpoliklinik im Dr. von Hauner'schen Kinderspital
Förderung
2023 bis 2027
Webseite
Projektbeschreibung in CORDIS
Themen
Obwohl Asthma auch Erwachsene betrifft, ist es bei Kindern die häufigste chronische Erkrankung. Schätzungen zufolge leidet jedes zehnte Schulkind an Asthma und inzwischen auch nahezu jedes zweite Kind an zunehmenden Allergien, gegen die bislang weder Präventions- noch Heilungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Das ERC-finanzierte Projekt APROSUS wird das Gebiet der Mikrobiomforschung hin zu einer umfassenden Charakterisierung der von Mikroben stammenden Stoffwechselkomplexe voranbringen, um ihre in Bezug auf Asthma und Allergien schützenden Eigenschaften besser zu verstehen. Die Projektarbeit wird sich auf frühere Studien des Teams stützen, bei denen sowohl Asthma als auch Allergien gemeinsam untersucht wurden, wobei relevante Taxa des Umweltmikrobioms identifiziert und aus dem Mikrobiom stammende funktionelle Wirkstoffe entdeckt wurden, die Schutz bieten. So wurden bereits protektive, vom Mikrobiom abgeleitete funktionelle Wirkstoffe entdeckt.

Quelle: CORDIS
ERC Advanced Grant
NeuroCentro - Novel mechanisms of neurogenesis- from centrosome to engineering migration
Projektleiterin
Prof. Dr. Magdalena Götz
Einrichtung
Lehrstuhl für Physiologische Genomik, Biomedizinisches Centrum (BMC)
Förderung
2020 bis 2026
Webseite
Projektbeschreibung in CORDIS
Themen
Das Zentrosom ist ein Organell, das als Mikrotubuli-organisierendes Zentrum tierischer Zellen fungiert. Es ist an Funktionen wie der Zellteilung, Zilienbildung und Zellmigration beteiligt. Mutationen in Zentrosom-assoziierten Proteinen verursachen Erkrankungen des Gehirns. Die genauen Mechanismen dieses Prozesses sind jedoch unbekannt. Im Rahmen des EU-finanzierten Projekts NeuroCentro sollen die grundlegenden Funktionen des neuralspezifischen Zentrosomproteins untersucht werden. Ziel dabei ist es, den hirnspezifischen Phänotyp der Mutationen zu entschlüsseln. Für die Forschung kommt eine neue Entdeckung des Projektteams zum Einsatz: ein neuartiges Zentrosom-assoziiertes RNA-bindendes Protein in neuronalen Stammzellen des Menschen mit signifikanten und selektiven Zusammenhängen mit periventrikulärer Heterotopie, einer Störung der neuronalen Migration. Letztlich wollen die Forschenden fortschrittliche genetische Werkzeuge einsetzen, um die Zentrosomfunktion wiederherzustellen und so die durch die periventrikuläre Heterotopie verursachten Schädigungen rückgängig zu machen.

Quelle: CORDIS

ERC Consolidator Grants

Die ERC Consolidator Grants (bis zu drei Millionen Euro über maximal fünf Jahre) richten sich an herausragende Nachwuchsforscherinnen und -forscher aller Fachbereiche, deren eigene unabhängige Arbeitsgruppe sich in der Konsolidierungsphase befindet.

Folgende Projekte von Mitgliedern der Fakultät werden aktuell im Rhamen eines ERC Consolidator Grants gefördert:

ERC Consolidator Grant
TRAINED - The role of trained immunity in brain-body communication and secondary organ dysfunction
Projektleiter
Prof. Dr. Arthur Liesz
Einrichtung
Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung
Förderung
2026 bis 2031
Webseite
Projektbeschreibung in CORDIS
Themen
Das Immunsystem verfügt über die angeborene Fähigkeit, sich an frühere Bedrohungen zu erinnern und seine Reaktionen entsprechend anzupassen. Während diese trainierte Immunität zwar bei der Bekämpfung von Infektionen von Vorteil ist, kann sie sich jedoch auch schädlich auswirken, wenn sie durch einen Herzinfarkt oder Schlaganfall ausgelöst wird, da sie eine anhaltende Entzündung verursachen kann, die entfernte Organe schädigt. Es besteht der Verdacht, dass dieser maladaptive Prozess erheblich zur Multimorbidität beiträgt. Das Hauptziel des Teams des ERC-finanzierten Projekts TRAINED besteht darin, die zugrunde liegenden Mechanismen von Organfunktionsstörungen aufgrund einer systemischen Immunaktivierung zu untersuchen. Die Forschungsgruppe wird räumliche Multiomik und translationale Modelle anwenden, um die beteiligten epigenetischen Veränderungen zu kartieren und molekulare Zielstrukturen für therapeutische Interventionen zu ermitteln. Insgesamt wird die Projektarbeit die Grundlage für Behandlungen schaffen, mit denen sich maladaptive Reaktionen nach akuten Verletzungen verhindern lassen.

Quelle: CORDIS
ERC Consolidator Grant
CONNECT - Cutting-edge neuroimaging for functional brain network evaluation in cancer patients
Projektleiterin
Prof. Dr. Sophia Stoecklein
Einrichtung
Klinik und Poliklinik für Radiologie
Förderung
2026 bis 2031
Webseite
Projekt in Cordis (en)
Themen
As part of the project, a comprehensive reference database with thousands of fMRI datasets will be built. Based on this resource, the team will develop an AI-supported method capable of detecting, mapping, and quantifying network deviations in individual patients. The project will also investigate the biological mechanisms underlying these abnormalities, by analyzing structural pathways and molecular signatures from tumor samples. In two clinical cohorts, the team will then evaluate the clinical potential of this approach.

Quelle: LMU
ERC Consolidator Grant
IMPROVE_LIFE - Investigate maternal and paternal risk factors for violence during pregnancy: lasting impact for everyone
Projektleiterin
Prof. Dr. Heidi Stöckl
Einrichtung
Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie (IBE)
Förderung
2024 bis 2029
Webseite
Projektbeschreibung in CORDIS
Themen
Weltweit erlebt eine von drei Frauen im Laufe ihres Lebens körperliche und/oder sexuelle Gewalt in der Partnerschaft, ein Phänomen, das während der Schwangerschaft oft eskaliert. In dieser Zeit kann Gewalt zum ersten Mal auftreten, sich verschärfen oder vorübergehend abklingen, was sich sowohl auf die Gesundheit der Mütter als auch auf das Wohlergehen der ungeborenen Kinder auswirkt. Die Folgen sind weitreichend und können sich über Generationen hinweg auswirken. Im ERC-finanzierten Projekt IMPROVE_LIFE soll die Komplexität von Gewalt in der Schwangerschaft untersucht werden. Das Projektteam wird durch die Nutzung klinischer Biomarker und die Synthese globaler Datensätze die kurz- und langfristigen Auswirkungen beleuchten, von den gesundheitlichen Folgen bis hin zur Weitergabe an die nächste Generation. Es befasst sich auch mit den zugrunde liegenden Risikofaktoren und der gesellschaftlichen Wahrnehmung, die diesen Kreislauf des Missbrauchs aufrechterhalten. Die Ergebnisse werden als Grundlage für wirksame politische Maßnahmen und Interventionen dienen.

Quelle: CORDIS
ERC Consolidator Grant
CATACLIS - Cancer tailored next generation cellular therapies
Projektleiter
Prof. Dr. Sebastian Kobold
Einrichtung
Abteilung für Klinische Pharmakologie
Förderung
2024 bis 2029
Webseite
Projektbeschreibung in CORDIS
Themen
Die Krebsimmunotherapie ist eine der wirksamsten Strategien gegen bösartige Tumore bei Menschen, denn das Immunsystem selbst wird genutzt. Doch trotz des Erfolgs bei Leukämie waren die klinischen Erfolge der Immunzelltherapien bei festen Tumoren bisher begrenzt. Finanziert über den Europäischen Forschungsrat wird im Projekt CATACLIS vorgeschlagen, zelluläre Produkte zu entwickeln, die auf patientenspezifischen Merkmalen beruhen. Das Projektteam wird Einzelzelldaten der Betroffenen einsetzen, um die T-Zell-Funktion zu stärken und Probleme beim Zugang zum Tumorgewebe, der Auswahl von Antigenen und der Immunsuppression zu überwinden. Aus dem Projekt werden vermutlich innovative Zelltherapien hervorgehen, die auf einzelne Betroffene zugeschnitten sind.

Quelle: CORDIS
ERC Consolidator Grant
switchDecoding - Decoding the path to cellular variation within pathogen populations
Projektleiter
Prof. Dr. T. Nicolai Siegel
Einrichtung
Lehrstuhl für Physiologische Chemie, Biomedizinisches Centrum (BMC)
Förderung
2023 bis 2028
Webseite
Projektbeschreibung in CORDIS
Themen
Zell-zu-Zell-Heterogenität ist in isogenen Populationen weit verbreitet und übernimmt eine entscheidende Funktion dabei, wie sich einzellige Krankheitserreger an feindliche Umgebungen anpassen und Immunreaktionen entgehen. Ungeachtet ihrer Bedeutung ist über die Mechanismen, die den Grad der Heterogenität in Erregerpopulationen steuern, nach wie vor wenig bekannt. Das Ziel des ERC-finanzierten Projekts switchDecoding besteht darin, über die bloße Katalogisierung von Zellsubpopulationen hinauszugehen und stattdessen die molekularen Signalwege aufzuklären, über die die zelluläre Variation etabliert und moduliert wird. Anhand des Modells Trypanosoma brucei werden im Rahmen des Projekts Einzelzell-Multiomik, Verfolgung von Abstammungslinien und CRISPR-Cas-basierte Genomeditierung kombiniert, um die regulatorischen Mechanismen zu entschlüsseln, die Grundlage der Antigenvariation sind. Ein tieferes Verständnis der die Heterogenität steuernden Signalwege wird Vorhersagen darüber verbessern, wie Krankheitserreger Arzneimittelresistenzen entwickeln, und die Entwicklung neuartiger therapeutischer Strategien ermöglichen, die auf die Zelle-zu-Zelle-Variation abzielen, um die Beseitigung der Infektion zu optimieren.

Quelle: CORDIS
ERC Consolidator Grant
ExoDevo - Extracellular vesicles-mediated cross-talk during human brain development and disease
Projektleiterin
Prof. Dr. Silvia Cappello
Einrichtung
Lehrstuhl für Physiologische Genomik, Biomedizinisches Centrum (BMC)
Förderung
2023 bis 2027
Webseite
Projektbeschreibung in CORDIS
Themen
Die Zellkommunikation kommt durch viele Faktoren zustande, wozu auch sekretierte Vesikel zählen, die Nukleinsäuren, Lipide und Proteine übertragen. Extrazelluläre Vesikel sind zweifellos an der Kommunikation zwischen den Neuronen beteiligt, während ihre Rolle bei der Kommunikation zwischen Vorläuferzellen mit Neuronen bzw. Astrozyten während der Gehirnentwicklung bislang nur unzureichend erforscht wurde. Bemerkenswert ist, dass über 60 % der mit neurologischen Entwicklungsstörungen in Verbindung gebrachten Gene Proteine kodieren, die von extrazellulären Vesikeln getragen werden. Das vom Europäischen Forschungsrat finanzierte Projekt ExoDevo verfolgt das Ziel, die Aufgabe der extrazellulären Vesikel während der Gehirnentwicklung zu untersuchen. Es wird sich auf die physiologische Funktion von extrazellulären Vesikeln konzentrieren, welche die Signalübertragung von Zelle zu Zelle vermitteln. Dazu kommen Transkriptomik, Proteomik, Bildgebung und funktionelle Analyse von extrazellulären Vesikeln aus menschlichen zerebralen Organoiden zum Einsatz. Diese Studie wird zu einem besseren Verständnis der grundlegenden Mechanismen bei der Gehirnentwicklung und bei neurologischen Entwicklungsstörungen beitragen.

Quelle: CORDIS
ERC Consolidator Grant
TRUSTED - Central and peripheral nervous system action of GIPR in obesity and diabetes
Projektleiter
Prof. Dr. Timo Müller
Einrichtung
Walther-Straub-Institut für Pharmakologie und Toxikologie
Förderung
2022 bis 2027
Webseite
Projektbeschreibung in Cordis
Themen
Adipositas und Typ-2-Diabetes treten weltweit immer häufiger auf. Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen Adipositas und dem Auftreten von Diabetes, und es fehlt an wirksamen pharmazeutischen Therapien für Übergewicht. Das Nervensystem reguliert Glukagon, ein Hormon, das den Blutzuckerspiegel anhebt, um zu verhindern, dass er zu niedrig wird, und Insulin, ein Hormon, das den Blutzuckerspiegel senkt. Das EU-finanzierte Projekt TRUSTED wird die derzeit rätselhafte Rolle von Agonisten und Antagonisten des glukoseabhängigen insulinotropen Polypeptidrezeptors (GIPR) im Energie- und Glukosestoffwechsel untersuchen. Ergänzt wird dies durch Studien zur Rolle von Glucagon-like Peptide-1-Rezeptor (GLP-1R)/GIPR-Koagonisten bei dieser kritischen Regulierung.

Quelle: Cordis
ERC Consolidator Grant
CALVARIA - Translational aspects of the discovery of skull marrow-meninges connections
Projektleiter
Prof. Dr. Ali Ertürk
Einrichtung
Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung (ISD)
Förderung
2021 bis 2025
Webseite
Projektbeschreibung in CORDIS
Themen
As more and more people around the world are living longer, society is facing growing challenges arising from neurodegenerative diseases affecting millions of people. The recent discovery of the skull-meninges connections (SMCs) that can mediate immune cell trafficking into the brain is extremely promising for new diagnostics and treatments. However, the comprehensive cellular and structural features of the SMCs and the skull/calvaria need further research. The EU-funded CALVARIA project will use advanced experimental technologies of tissue clearing, proteomics and single-cell RNA sequencing to investigate possible exploitation of the discovery for easier access from the skull/calvaria bone marrow, enabling better drug delivery into the brain, control of neuroinflammation and easier detection of brain pathologies.

Quelle: CORDIS
ERC Consolidator Grant
CompHematoPathology – Computational hematopathology for improved diagnostics
Projektleiter
Prof. Dr. Carsten Marr
Einrichtung
Medizinische Klinik und Poliklinik III
Förderung
2020 bis 2026
Webseite
Projektbeschreibung in Cordis
Themen
Jedes Jahr sind Millionen von Erwachsenen und Kindern von hämatologischen Malignomen wie Leukämie und Lymphome betroffen, oft mit tödlichen Folgen. Die Diagnose stützt sich auf zelluläre Anomalien und zytologisches Fachpersonal ist speziell dafür ausgebildet, Krankheiten aus der Einzelzellzusammensetzung von Blut, Knochenmark und lymphatischen Geweben zu erkennen. Nach 150 Jahren Erforschung der Blutkrankheiten verlassen sich die Klinikerinnen und Kliniker bei der Interpretation der histopathologischen Befunde immer noch auf ihre Augen. Im EU-finanzierten Projekt CompHematoPathology werden die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz und der mathematischen Modellierung in die Diagnose hämatologischer Malignome einbezogen. Mit diesen Werkzeugen und fachkundig kommentierten Bilddaten plant CompHematoPathology die Entwicklung eines datengesteuerten Modells zur Vorhersage der Blutdynamik bei gesunden und kranken Personen. Dies verspricht einen höheren Durchsatz, bessere Diagnosen und letztlich eine bessere Behandlung der Patientinnen und Patienten mit hämatologischen Malignomen.

Quelle: Cordis

ERC Starting Grants

Die ERC Starting Grants (bis zu 2,5 Millionen Euro über maximal fünf Jahre) richten sich an herausragende Nachwuchsforscherinnen und -forscher aller Fachbereiche, die am Anfang einer eigenständigen wissenschaftlichen Karriere in Europa stehen und eine eigene Arbeitsgruppe gründen möchten oder bereits gegründet haben und längerfristig etablieren möchten.

Folgende Projekte von Mitgliedern der Fakultät werden aktuell im Rhamen eines ERC Starting Grants gefördert:

ERC Starting Grant
PHAGE-PRO – Advancing phage therapy through synergistic strategies: phage-mediated killing and competitive exclusion using engineered prophages
Projektleiterin
Prof. Dr. Carolin Wendling
Einrichtung
Lehrstuhl für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, Max-von-Pettenkofer-Institut
Förderung
2025 bis 2029
Webseite
Projektbeschreibung in CORDIS
Themen
Die weltweit zunehmende Antibiotika-Resistenz pathogener Bakterien wird mittlerweile als globale Bedrohung angesehen, sodass alternative Behandlungsmöglichkeiten dringend benötigt werden. Eine vielversprechende Alternative bieten bakterielle Viren, sogenannte Bakteriophagen, die Bakterien infizieren und abtöten können. Die Phagentherapie, die vor über 100 Jahren entdeckt wurde, konnte sich bisher aus mehreren Gründen nicht durchsetzen, darunter die zeitaufwendige Identifizierung geeigneter Phagen und die begrenzte Wirksamkeit oral verabreichter Phagen. Mit dem Projekt PHAGE-PRO sollen diese Nachteile überwinden. Anstelle traditionell verwendeter lytischer Phagen wird hier auf Prophagen gesetzt, welche ihre DNA in bakterielle Genome integrieren können. Diese Prophagen werden in Probiotika eingeschleust, wodurch sich die in vivo-Haltbarkeit erhöhen lässt. Die Entwicklung einer durch KI unterstützten Plattform soll zudem die Identifizierung geeigneter Phagen deutlich schneller ermöglichen.


Quelle: LMU
ERC Starting Grant
OMEGA - Overcoming monocyte complexity in pulmonary fibrosis progression from onset to end-stage
Projektleiterin
Dr. Isis Fernandez
Einrichtung
Medizinische Klinik und Poliklinik V
Förderung
2025 bis 2030
Webseite
Projektbeschreibung in CORDIS
Themen
Progressive pulmonary fibrosis is a life-threatening disease with a high mortality rate and low quality of life. Our current understanding of the mechanisms underlying the disease is limited to advanced stages, when interventions are less effective because of the irreversible lung scarring. With the project OMEGA, Dr. Isis Fernandez will explore the early mechanisms driving pulmonary fibrosis to better understand its etiology and develop timely therapies that could stop the disease in its tracks. OMEGA focuses on circulating monocytes, which are linked to disease progression from the insipient state to end-stage disease, and by using interstitial lung abnormalities, the earliest detectable signs, to discover targets for early treatment of pulmonary fibrosis. With access to cutting-edge technology and unique patient cohorts, OMEGA will investigate how monocytes acquire pathogenic traits, offering new strategies to prevent the progression of this deadly disease.

Quelle: Helmholtz Zentrum München
ERC Starting Grant
ARISE – Activate repair in stroke
Projektleiterin
Prof. Dr. Dr. Anna-Sophia Wahl
Einrichtung
Lehrstuhl für Neuroanatomie, Anatomische Anstalt und Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung (ISD)
Förderung
2025 bis 2029
Webseite
Projektbeschreibung in CORDIS
Themen
Das Gehirn verfügt über die bemerkenswerte Fähigkeit, nach einer Schädigung Selbstreparaturmechanismen in Gang zu setzen – eine Voraussetzung für die Wiederherstellung verlorener Funktionen. Im Zuge von ARISE sollen grundlegende, bisher unverstandene Prinzipien aufgedeckt werden, wie die Selbstheilung des Gehirns orchestriert wird und wie man diese verbessern kann. Mithilfe modernster, hochauflösender Mikroskopie und Künstlicher Intelligenz soll in Experimenten herausgefunden werden, wie einzelne Nervenzellen nach einer Verletzung neu verdrahtet werden, warum einige von ihnen an den Reparaturprozessen teilnehmen, andere aber nicht und wie die neuronale Wiedervernetzung stimuliert werden kann, um die Rückgewinnung gestörter Funktionen zu fördern.


Quelle: LMU
ERC Starting Grant
MEKanics - Cell mechanics of megakaryocytes in 3D tissues - deciphering mechanobiology of platelet formation
Projektleiter
Prof. Dr. Florian Gärtner
Einrichtung
Medizinische Klinik und Poliklinik I
Förderung
2024 bis 2028
Webseite
Projektbeschreibung in CORDIS
Themen
Homeostatic platelet counts are crucial for vascular integrity and vital to life. Megakaryocytes (MEKs) are giant hematopoietic cells forming large protrusions that fragment to constantly replenish the circulating platelet pool. Nevertheless, severe blood loss, sepsis and aggressive cancer therapies, often cause critically low platelet levels - a major public health problem in Europe's aging population. Despite the unmet clinical need to control platelet production, there is a major lack of knowledge about the mechanistic cell biology of MEKs, hampering the development of innovative therapies. MEKanics will go beyond the state of the art and proposes a combined cell biological and biophysical approach to study MEKs in physiological tissue environments to uncover the mechanical principles that drive platelet formation. I will use quantitative microscopy to characterize cytoskeletal dynamics of MEKs confined in 3D environments of controlled adhesiveness, geometry and stiffness to reveal the mechanisms of force generation and transmission critical for MEK protrusion formation. Further, I will explore how protrusion mechanics affect cytoplasmic transport and partitioning of organelles required for functional platelets. Using super-resolution intravital imaging, I will investigate these processes in their physiological bone marrow niche. By integrating scRNAseq and live-cell microscopy, I will map morpho-dynamics with transcriptomics to identify the gene signature initiating protrusion formation of MEKs in response to mechanical stimuli. A novel MEK cell-system with optimized access to genetic manipulations will allow high-throughput screening of candidate genes. Together, the unique combination of genetics, engineering, quantitative microscopy and intravital tools will provide a holistic cell mechanical model of MEKs in 3D tissues paving the way for new therapeutic approaches to control platelet formation and to advance devices for large-scale platelet production.
ERC Starting Grant
EpiCblood - Towards early cancer detection and tumor classification using epigenomic biomarkers in blood
Projektleiter
Dr. Rodrigo Villaseñor
Einrichtung
Lehrstuhl für Molekularbiologie, Biomedizinisches Centrum (BMC)
Förderung
2024 bis 2028
Webseite
Projektbeschreibung in CORDIS
Themen
Die Chancen einer erfolgreichen Behandlung und einer längeren Lebenserwartung steigen, wenn Krebs frühzeitig erkannt wird. Sterbende Zellen geben kleine DNS-Fragmente ab, die um einen Kern aus Histonproteinen im Blutkreislauf sind und zirkulierende Nukleosomen genannt werden. Sie tragen DNS-Sequenzinformationen und chemische Modifikationen in sich, die im Blut stabil sind und somit Biomarker für Krankheiten sein könnten. Finanziert über den Europäischen Forschungsrat wird im Projekt EpiCblood das diagnostische Potenzial der zirkulierenden Nukleosomen zur Krebsfrüherkennung und Tumorklassifizierung geprüft. Die Forschenden wollen mehrere Histonmodifikationen und krebsspezifische kombinatorische Histonmarkierungen ausnutzen, um das Ursprungsgewebe eines Tumors und seine Genexpressionsmuster nicht-invasiv zu bestimmen. Mit den Ergebnissen können möglicherweise Flüssigbiopsietests für personalisierte Krebsbehandlungen und Früherkennung weiterentwickelt werden.


Quelle: CORDIS
ERC Starting Grant
ImmGenDC - Dissecting the context-specificity of genetic immune regulation in plasmacytoid dendritic cells
Projektleiterin
Dr. Sarah Kim-Hellmuth
Einrichtung
Kinderklinik und Kinderpoliklinik im Dr. von Hauner'schen Kinderspital
Förderung
2023 bis 2028
Webseite
Projektbeschreibung in CORDIS
Themen
Plasmazytoide dendritische Zellen sind spezialisierte Immunzellen, die eine entscheidende Rolle bei der körpereigenen Abwehr von Virusinfektionen und der Modulation von Immunreaktionen übernehmen. Immer mehr Hinweise deuten auf das Vorhandensein funktionell unterschiedlicher Untergruppen plasmazytoider dendritischer Zellen hin, welche die interindividuellen Unterschiede bei antiviralen Reaktionen und Autoimmunerkrankungen erklären könnten. Im Rahmen des ERC-finanzierten Projekts ImmGenDC wird das Genom einzelner plasmazytoider dendritischer Zellen von gesunden Personen aus drei Abstammungspopulationen sequenziert. Das Forschungsteam verfolgt das Ziel, neue Subtypen plasmazytoider dendritischer Zellen und deren Regelkreise zu ermitteln, um unser Verständnis der Variabilität von Immunreaktionen zu erweitern und die Entwicklung von präzisionsmedizinischen Interventionen bei Autoimmunerkrankungen zu unterstützen.

Quelle: CORDIS
ERC StartingGrant
oxDOPAMINE - Unraveling the mystery of preferential degeneration of midbrain neurons in neurodegenerative diseases
Projektleiterin
Prof. Dr. Lena Burbulla
Einrichtung
Lehrstuhl für Stoffwechselbiochemie, Biomedizinisches Centrum (BMC)
Förderung
2021 bis 2027
Webseite
Projektbeschreibung in CORDIS
Themen
Bei Parkinson sind oxidiertes Dopamin und A-Synuclein die zentralen Überträgerstoffe der mitochondriellen und lysosomalen Dysfunktion der dopaminergen Neuronen im Mittelhirn, die bei dieser fortschreitenden Bewegungsstörung meist zuerst degenerieren. Die Arbeitsthese des EU-finanzierte Projekts oxDOPAMINE ist, dass die Oxidierung des Dopamins bei Parkinson ungewöhnlich hoch ist. Es werden Wege der Dopaminoxidation untersucht, die menschliche Neuronen für selektive Schwäche und Degenerierung prädisponieren. Basierend auf neuen Daten, die einen fehlerhaften synaptischen Dopaminstoffwechsel und Eisendyshomöostase bei der Oxidation von Dopamin zu Beginn des Krankheitsverlaufs andeuten, werden Störungen untersucht, die mit Eisenablagerungen und fortschreitender neuronaler Degeneration im Zusammenhang mit Dopamin in Verbindung gebracht werden, um gemeinsame pathogene Mechanismen aufzudecken. Mit den Ergebnissen könnten neue Strategien zur Wiederherstellung der synaptischen Funktion und Eisenhomöostase zur Vorbeugung der Neurodegeneartion entwickelt werden.

Quelle: CORDIS
ERC Starting Grant
T-MEMORE - Thrombotic memory-linking a break in tolerance to platelets to rethrombosis
Projektleiter
Prof. Dr. Konstantin Stark
Einrichtung
Medizinische Klinik und Poliklinik I
Förderung
2020 bis 2025
Webseite
Projektbeschreibung in CORDIS
Themen
Immer mehr Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass eine Thrombose – die Bildung von Blutgerinnseln – systemische Spuren hinterlässt und viel mehr ist als nur ein lokales Ereignis. Das EU-finanzierte Projekt T-MEMORE wird ein neuartiges Konzept testen. Es geht davon aus, dass Thromboembolie eine chronische Krankheit ist, die von einer Immunantwort gegen aktivierte Blutplättchen ausgelöst wird. Die Forschenden werden die Mechanismen der Blutplättchenproduktion und -entfernung in Knochenmark, Milz und Leber analysieren und ein Profil von besonders gefährdeten Personen oder Menschen mit wiederkehrenden thrombotischen Ereignissen erstellen. Die Manipulation von Immunreaktionen gegen Plättchen wird als Alternative zu den Antikoagulanzien aus der präventiven Standardtherapie bei Venenthromboembolie getestet.

Quelle: CORDIS
ERC Starting Grant
Neuroprecise - Precision medicine in traumatic brain injury using individual neurosteroid response
Projektleiterin
Prof. Dr. Inga Koerte
Einrichtung
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Förderung
2019 bis 2026
Webseite
Projektbeschreibung in CORDIS
Themen
Jährlich erleiden 1,8 Millionen Menschen in Europa ein Schädel-Hirn-Trauma (SHT). Das aktuelle System zur Stratifikation der Betroffenen richtet sich bei der Diagnose, Prognose und Behandlung nach der Schwere der Symptome. Dadurch lassen sich jedoch keine langfristigen Ergebnisse nach einem Schädel-Hirn-Trauma voraussagen. Das EU-finanzierte Projekt NEUROPRECISE verfolgt in erster Linie die Hypothese, dass ein Schädel-Hirn-Trauma mit einer Neurosteroid-Antwort mit individueller Variabilität bei der Genesung einhergeht. So schlägt es eine Längsschnittstudie vor, bei der die Neurosteroid-Antwort auf ein solches Trauma hinsichtlich des Alters und Geschlechts charakterisiert werden soll. Außerdem werden die Forscherinnen und Forscher die Unterschiede in den Neurosteroid-Antworten auf die individuell zugeschnittene Akuttherapie und Prävention von dauerhaften Schäden anhand eines Nagetiermodells untersuchen. NEUROPRECISE möchte Hindernisse bei der Behandlung überwinden, indem es Wege zur Stratifikation der Patientinnen und Patienten anhand der jeweiligen Unterschiede bei der Antwort auf Schädel-Hirn-Traumata findet.

Quelle: CORDIS